Slackline
Autor: Josef Brandl, Gernot Goluch
„Seiltanzen“ oder das momentan einen Boom erlebende „Slacklining“ ist ein faszinierendes Spiel das relativ leicht zu erlernen ist, viel Spass macht, und was die Möglichkeiten das Gleichgewichtsgefühl, Koordinations- und Konzentrations-vermögen zu steigern kaum Grenzen kennt.
Es soll hier ein einfaches Verfahren beschrieben werden ein Seile oder eine „Slackline“ zu spannen ohne auf ein Professionelles im Handel angebotenes System angewiesen zu sein. Für Probleme etc. die durch die Anwendung der hier beschriebenen Methodik entstehen könnten übernimmt wachauclimbing net natürlich keine Verantwortung.
Empfehlung:
Wer professionelle und qualitativ hochwertige "Slacklines" sucht sollte sich auf jeden Fall den "Slackline Shop" der Bergfreunde anschauen.
Materialbedarf:
Ein altes Kletterseil (ca. 20 Meter – kostet praktisch nix!) oder ein Schlauchband (Breite 2,5 cm), was beim eigentlichen „Slacken“ verwendet wird aber relativ teuer ist (kostet 1,50 bis 2 € pro Meter) sowie 2 alter Karabiner und ein Rapidglied.
Verwendete Knoten:
„Flaschenzug“ der „Palstek (der den Vorteil hat auch wieder leicht lösbar zu sein!) und „Mastwurf“
Umfeld: Ein einigermaßen ebenes Gelände (Wiese) und 2 kräftige Bäume o.ä. im Abstand von 5 bis 10 Metern.
Zeitbedarf: In 5 Minuten kann man eine Anlage (in Hüfthöhe) errichten, mit der man viel Spaß haben kann. (Tipp: wenn man alleine übt – was aber nur halb so lustig ist – kann man Anfangs Skistöcke verwenden!)
Auf der SlackSite: http://www.tryhardclimbers.com/slack.html
gibt es eine originelle Bewertungsskala und Beispiele für Übungen:
Definition der Schwierigkeitsgrade
S1 – Übungen die praktisch beim ersten Versuch gelingen.
z.B: mit Unterstützung einer führenden Hand (Helfer) auf der Leine sitzen, auf der Leine gehen, aus dem Sitzen aufstehen, 180° Drehung ausführen.
S2 – Übungen die schon nach einigen Versuchen gelingen und nach einer oder zwei „Sessions“ beherrscht werden.
z.B: mit einem Fuß auf der Leine sitzen, einige Schritte alleine gehen, „Sitz-Aufgang“ - Abstieg, Drehung ohne Hilfe - Abgang, Aufspringen - Abgang
S3 – Übungen die nach etwa 2 Sessions gemacht werden können. Beim ersten mal jedoch schwierig!
z.B: 5 Sekunden stehen können, mehrere Schritte gehen können, aus dem Sitzen aufstehen,
180° Drehung, Schaukeln & Abspringen, Aufspringen & Stehen, auf der Leine liegen mit einem Fuß auf der Leine und den Kopf erhoben.
S4 - Übungen die nach einigen Sessions gezeigt werden können bzw. relativ schnell von ernsthaft Übenden erlernt werden können.
z:B: auf der Leine gehen können. „Sitz-Aufgang“, Gehen und 360° Drehung, 2-malige 180°
Drehung in beide Richtungen, seitliches Gehen, Hinlegen den Kopf auf der Leine, Aufspringen
& Gehen, leichtes Schwingen aus der senkrechten Ebene (Surfen), aus dem Liegen aufsetzen
S5 – Für Fortgeschrittene relativ schnell erlernbar.
z.B: Rückwärts-Salto Abgang (Video), Vorwärts-Salto Abgang, einbeinige Kniebeuge, 270° Drehung, auf der Leine springen, mit gekreuztenen Beinen liegen, aus dem Stehen hinsetzen, aus dem Sitzen hinlegen, heftiges Surfen und Sturz, hinlegen und aufstehen
S6 – Für die meisten Fortgeschrittenen nur schwer erlernbar. Selbst für gute „Slacker“ dauert es eine Weile bis sie diese Tricks zeigen können.
z.B: Gehen mit auf dem Rücken gekreuzten Händen die aber gelegentlich doch benutzt werden dürfen, 270° Drehung, permanentes Springen auf dem Seil, Sprung mit 180° Drehung, Side Walking with front & back crossing quickly, Lie Down head down legs crossed & close eyes (The Sleeper), Sit down on the line with 180° to lying down one leg on, Lie down stand-up 180° sit & lie back down (a circle), 180 jump & stick
S7 – Nicht viele beherrschen diese Übungen, aber die meisten Fortgeschrittenen könnten sie erlernen.
z.B: One footed 180° (AKA “one foot turn” or “swing turn”), Near Splits (very wide stance), Sleeper Circle, 360° jump & stick, Walk the line, hands behind back without letting go, Jump on line 180 front-side or back-side
S8 – Sehr schwierig, selten zu sehen, selten gemacht. Tricks über die man spricht!
z.B: Splits and fall off, Two-person walk from ends and hold hands in middle, One footed back-flip dismount, Continuous Dean-stepping 180°, Wilder walkin’ (Blindfolded walking!), Jump on line 360° front-side or back-side, heftiges kontrolliertes Surfen
S9 – Nur wenige können diese Tricks. Es erfordert enorm viel Arbeit und lange Zeit diese Übungen zu erlernen.
z.B: Splits to sit, 2 Personen gehen auf einander zu und an einander vorbei, back flip on the line and fall off, Wilder walkin’ Wilder Turnin’ (Blindfolded walking!),180° jump to 180° jump
S10 – Übungen dieser Schwierigkeit werden nur von einer einzigen Person gezeigt. Sobald andere Slacker diese Übungen zeigen fallen sie zurück in die Kat. S9
z.B: 540° jump and stick on the line, back flip on the line and fall after a fight, Wilder walkin’ Wilder Turnin’ (Blindfolded walking!), Y-scale and hold 3 secs
S11 – Bisher nicht gezeigte Tricks die aber im Falle einer Vorführung zu S10 werden
z.B: 360° jump to 360° jump, Wilder 180° jump on line (blindfolded), Press handstand & hold 3 sec.
And Beyond…
Für physikalisch Interessierte eine recht gute Approximation für die auftretenden Seilkräfte als Funktion der Belastung (mittige Punktbelastung), Seillänge und „Durchhang“.





