Zur Geologie und Werdung der Wachau
Autor: Josef Brandl
Noch vor 15 Millionen Jahren war die untere Wachau jener Teil eines Meeres, welches auch das Alpenvorland bedeckte. Das heutige Donautal ist vor etwa 11 Millionen Jahren im Zuge der Alpengeologie entstanden. Die Schiefergesteine, welche die Wachau charakterisieren, weisen ein Alter von rund 350 Millionen Jahren auf, was ihre Entstehung im Erdaltertum zu datieren erlaubt (Präkambrium, frühes Kambrium).
Geologisch betrachtet gehören sie zur sogenannten Böhmischen Masse. Am geologischen Aufbau sind Sedimente aus dem Präkambrium und dem Paläozoikum beteiligt. Durch Absenkungen und thermische Prozesse wurden die Gesteine umgewandelt. Das durch Faltungen und Schiebungen entstandene Gebirge wurde durch Hebungen und Erosion schließlich zu dem etwa 600 m auf-ragenden Mittelgebirge, das wir heute vorfinden.
Zwischen dem östlich liegenden Dunkelsteinerwald und dem Yspertal im Westen dominieren die Gesteine des Moldanubikums. Das Gestein östlich des Yspertales ist eine Abfolge von Gneisen (Perlgneis) , die zur Monotonen Serie zusammengefasst werden. Im Zuge der Gebirgsbildung wurden durch hohen Druck und Temperatur aus Sedimenten metamorphe Gesteine. In der Bunten Serie , die sich östlich fortsetzt, zeigen sich diese Umwandlungsprodukte besonders eindrucksvoll. (Dobragneis, Kalksilikatgesteine, Amphibolite, Graphit-schiefer) .
Nördlich der Donau zwischen Melk, Aggsbach Markt und um Dürnstein, wie auch im nordwestlichen Dunkelsteinerwald findet sich hauptsächlich Gföhler Gneis. Dieser stellt ein erstarrtes Tiefengestein dar und bildet die vielen herrlichen Felsstrukturen, die für das Klettern in der Wachau so typisch sind! Ähnliches Ausgangsmaterial wie für den Gföhler Gneis wurde bei besonders hohen Druck- und Temperaturverhältnissen zum feinkörnigeren Granulit. (hauptsächlich südliche Donauseite der Wachau und Dunkelsteinerwald).
Die Donau folgt einzelnen Becken und Einbruchsräumen und hat sich alten Bruchlinien entlang tief in die Berge eingeschnitten (Diendorfer Störung). Im Quartär, also in geologisch gesehen junger Zeit, schuf die Donau durch Einschneiden in das damals eisfreie kristalline Grundgebirge der böhmischen Masse den Durchbruch, der heute die Landschaft der Wachau ausmacht. Tektonische Hebungen und der Einfluss des Wassers führte zu der für diese Region typischen Terrassenbildung.
Gneis: gehört zu den typischen Gesteinen der Regionalmetamorphose. Gneis ist ein mittel- bis grobkörniges Metamorphit mit deutlicher Schieferung und zum Teil gebänderter oder lagiger Parallelstruktur. Die Metamorphose von vielen magmatischen und sedimentären Gesteinen führt zu einer Struktur, in der Lagen aus Quarz und Feldspat mit Lagen aus dunklen Mineralien wie z.B. Biotit wechseln. Gneis enthält mindestens 20% Feldspat. Mögliche Bestandteile sind Muskovit, Cordierit, Hornblende, Granat, Sillimanit. Gneise sind meist hell und bräunlich, grau oder rötlich gefärbt. Sie werden nach dem Gestein benannt, aus dem sie entstanden sind (wie Granitgneis oder Dioritgneis), oder nach dem Mineral, an dem das Gestein besonders reich ist (wie Biotitgneis und Hornblendegneis), oder nach seinem Gefüge (wie Augengneis oder Flasergneis). Bei sedimentären Ausgangsgesteinen spricht man von Paragneis, bei magmatischen Ausgangsgesteinen von Orthogneis.
Quellen & Literatur:
Geologische Karte von NÖ, Blatt 37 (Mautern) (geologisch Bundesanstalt, 1031 Wien) Geologischer Lehrpfad, Mautern / Donau NÖ: Vorstand d. Verschönerungsvereines Mautern (Hrsg.) Steininger, Fritz (Hrsg.)
1999: Erdgeschichte des Waldviertels Gamerith, Werner, Wachau und Umgebung, Lebensräume einer Kulturlandschaft
http://www-users.rwth-aachen.de/ralph.delzepich/gesteine/gneis.htm
http://www.geodienst.de/gneis.htm



