Grimselbucht
Allgemein
Die Routen in der Grimselbucht bieten von langen Platten- und Rissklettereien (West- & Ostwand) bis hin zu kürzeren Routen mit Dächern (Nordwand) so einiges, was das Kletterherz begehrt. An dem steilen Plattenpanzer der Ostseite befinden sich die schwereren Routen, welche durch stets überraschend auftretende Fingerlöcher gangbar werden. Neben guter Fusstechnik ist vor allem ein ausgeprägtes Körpergefühl von Vorteil. Immer wieder finden sich hier auch Stellen, die den Mut der Kletterer etwas prüfen, ohne aber gefährlich zu sein. An der Westseite sind die Routen noch länger, etwas leichter aber stets technisch sehr anspruchsvoll - für Wachauverhältnisse äusserst untypisch. Die Westseite ist wegen der guten Absicherung ein ideales Feld um Vorstiegserfahrung zu sammeln. Neben den Klettermöglichkeiten bieten sich hier tolle Plätzchen für die ganze Familie sowie gleich vis a vis über der Strasse ein Sandstrand an der Donau.
Materialempfehlung
Für die längeren Routen ist ein 70 Meter Seil von Vorteil, jedoch reicht bei den meisten auch ein 50 Meter Seil. 10-15 Expressschlingen, Helm!
Routen
Westwand
| Nr. | Name | UIAA | Franz. | Description |
|---|---|---|---|---|
| 1 | A.E.I.O.U. | 6- | 5b | Tipp: Den ersten Haken vom Einstieg der Route Irrlichtiliere einhängen und dann nach unten gehen um das Einstiegswandl zu bezwingen. Dann entlang an der Kante weiter klettern und abschließend den Riss zum Stand hin genießen. |
| 2 | Irrlichteliere | 7- | 6a/6a+ | Eine Plattenkletterei mit einigen kniffligen Passagen. Die Absicherung ist in dieser Route durch Schwerlastanker gegeben. Eine sehr homogene durchgehend anspruchsvolle Route. Keine Kraftakte, jedoch durchgehende Konzentration und sehr sauberes Steigen sind hier gefragt. Crux beim Anklettern des Standes. Die Hakenabstände sind sehr kurz: Ideal für Rotpunkt-Training. |
| 3 | Der innere Kulturkreis | 6+/7- | 6a | Rechts neben der Route Irrlichtiliere bietet sich ebenfalls eine wunderbare Plattenkletterei mit einigen Risspassagen (speziell der Riss beim Ausstieg sowie die Stelle kurz nach dem Beginn der Route sind ganz schön knackig). Auch hier ist Ausdauer, Konzentration und sehr sauberes Steigen gefragt. Als 2. Seillänge kann man dann noch den oberen Teil der asymtotischen Freiheit anhängen. |
| 4 | Contenance (TR) | 6+ | 5c+ | Diese Route befindet sich in der zwischen der dem inneren Kulturkreis und der asymptotischen Freiheit. Die Route ist nicht mit Haken ausgestattet. Am Ende des Risses befindet sich jedoch ein Top Rope Haken. |
| 5 | asymptotische Freiheit | 6+/7- | 6a | Auf der Westseite die dritte Linie von rechts. Ein klassischer Anstieg – 35 m lang – eine homogene Plattenkletterei, welche Grimselfeeling aufkommen lässt. Schlüsselstellen gleich am Anfang und im letzten Abschnitt. |
| 6 | Domäne von Rossatz | 7 | 6b | Auf der Westseite die zweite Linie von rechts. Eine lange Route mit fast 40 Klettermetern. Gut geeignet um Vibram, Stealth C4 u.ä. zu testen! Schlüsselstelle ca. in der Mitte, in Form einer sehr griffarmen und glatten Passage, die viel Phantasie und Entschlossenheit verlangt, um bewältigt zu werden. Die längste, und wohl auch beste Plattenkletterei in der Wachau! (Mit einem 70 m Seil gelangt man beim Ablassen mit Seildehnung gerade eben wieder zum Boden.) |
| 7 | homöomorphe Alternative | 6+ | 5c+ | Die auf der Westseite äusserst rechts gelegene Linie. Ähnlich wie die benachbarte Domäne von Rossatz aber etwas leichter. |
Nordwand
| Nr. | Name | UIAA | Franz. | Description |
|---|---|---|---|---|
| 1 | PsyTeX | 7 | 6b | Links von der Route Almost famous neben dem markanten Dach in eine Platte aussteigen. Crux kurz nach Beginn der Route, bevor man in die Platte links aussteigt. Den Ausstieg vermittelt eine steile Platte mit unglaublichen Löchern immer knapp links von der Begrenzungskante. Schließlich nach links queren und gemeinsam mit der Sozietät zum Stand beim Sauschwanzl. Tolle abwechslungsreiche Kletterei, wo man zwischendurch auch einmal von den Haken wegklettern muss! |
| 2 | Almost famous | 7+ | 6b+ | Eine tolle Route in der Nordwand. Beim Einstieg ein schwerer Zug (Aufleger und eine kleine Leiste), diesen schnell überwinden um einige grosse Griffe zu erreichen (Von hier aus hat man eine optimale Position zum Klinken). Die Crux dieser Route befindet sich bei einem kleinen Vorsprung, vor dem grossen Dach. Hier ansteigen um mit links eine kleine Leiste und rechts ein Aufleger zu erreichen. Dann schnell drüber und auf die Kante setzen. An dieser entlang unter das Dach. über das Dach und nach rechts um die Kante qüren. Von da leichter zum Stand von A.E.I.O.U.! |
| 3 | Chuzpe | 6- | 5b | Rechts von Almost Famous über einen griffigen Einstiegsüberhang. Dann recht leicht bis unter das Dach. Über dieses, und dann gemeinsam mit A.E.I.O.U. zum Stand. |
Ostwand
| Nr. | Name | UIAA | Franz. | Description |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Minaccioso | 7+ | 6b+ | Die Verschneidung am linken Rand der Ostwand gibt hier die Linie vor. Geklettert wird jedoch praktisch in der Wand rechts der Verschneidung, da der Fels in der Verschneidung nicht ganz fest ist. Die Route wird umso leichter je besser es gelingt die Verschneidung selbst mit einzubeziehen, was aufgrund der Felsqualität eher vermieden werden sollte. Nach Erreichen des grossen Daches entlang dessen rechter Begrenzungswand und anschliessend nach links über den ausgesetzten Überhang zum Stand. Sehr eindrucksvoll! |
| 2 | P=NP? | 10- | 8a/8a+ | Beginnend im linken Teil der Ostwand in Falllinie über eine wirklich sehr glatte Wand, in der sich aber neben winziger Griffchen auch einige nette Überraschungen finden. Eine Herausforderung für beherzte Sportkletterer! |
| 3 | [Zynegetik] | 8/8+ | 7a/7a+ | Durch die Mitte der Ostwand führt die [Zynegetik]. Eine klassische Route deren erste Hälfte entlang des markanten Risses führt. Anschliessend über eine Platte mit dem immer enger werdenden Fingerriss zum Stand, den zu erreichen die Crux darstellt. (Falls man es nicht schafft den Stand anzuklettern, kann man notfalls die Standschlinge ja auch anspringen!) |
| 4 | Sozietät der neuen Art | 8/8+ | 7a/7a+ | Am rechten Rand der Ostwand am tiefsten Punkt einsteigen und über die glatte Plattenzone mit einer Fingerlochpassage gerade empor. Am Ende der Route nach links zum Stand von [Zynegetik]. Im Mittelteil ist der Rotpunktbewerber einige Male mit weiteren Hakenabständen konfrontiert. Etwaige Stürze geraten zwar etwas weiter, sind allerdings ungefährlich, was schon häufig getestet wurde. |


